Orangen, Mandarinen, Clementinen, Apfelsinen: Was sind die Unterschiede?

Sie sind alle Früchte, orange - und die Mehrheit der Menschen kann sie nicht wirklich auseinander halten. Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen, Clementinen, Apfelsinen und Co. werden immer wieder gerne miteinander verwechselt, darum erklären wir jetzt, wie man sie unterscheiden kann.

Zitrusfrüchte
Orangen, Mandarinen, Clementinen, Apfelsinen - Was ist was? (Symbolbild: Getty)

Viele von uns essen die orangenen Vitamin-Bomben gerne als Snack zwischendurch oder trinken sie als gesunden Saft... Aber wenn es darum geht, die einzelnen Früchte zu benennen, tauchen schnell die großen Fragezeichen auf.

Kein Wunder, haben sie doch optisch einige Gemeinsamkeiten, da sie alle der gleichen Gattung angehören, den Zitrusfrüchten. Allerdings gibt es trotz der vielen gleichen Merkmalen auch einige kleine, aber feine Unterschiede, an denen sich die verschieden Arte unterscheiden lassen - wer also künftig beim Einkaufen den Durchblick haben oder einfach seine Freund*innen mit etwas Nischenwissen beeindrucken will, aufgepasst!

Orange (Apfelsine)

Orangen
Orangen. (Symbolbild: Getty)

Die guten Nachrichten zuerst: Bei der Orange und der Apfelsine handelt es sich um die gleiche Frucht. Sie stammt aus China oder Südostasien und entstand aus einer Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse. Charakteristisch für die am häufigsten angebaute Zitrusfrucht der Welt ist ihr süßer Geschmack. Die relativ große und runde Orange lässt sich schwerer schälen oder teilen als andere Zitrusfrüchte.

Blutorangen, die ihren Namen wegen des tiefroten Fleisches, oder bei einigen Sorten auch wegen der roten Schale tragen, sind lediglich eine Sorte der süßen Orangen und gelten nicht als eigene Frucht.

Bitterorange (Pomeranze)

Bitterorangen
Bitterorangen. (Symbolbild: Getty)

Eine große genetische Ähnlichkeit zur süßen Orange hat die Bitterorange, auch Pomeranze genannt. Allerdings unterscheidet sie sich sowohl optisch, als auch geschmacklich sehr von: Die Früchte sind rundlich, kleiner und die leuchtend orange Schale ist dicker und unebener als die der Orange. Allerdings lässt sich die Schale relativ leicht abschälen. Bitterorangen sind, wie der Name schon verrät, aromatischer und bitter. Darum wird die Frucht gerne für Marmelade oder Likör verwendet.

Entstanden sind sie wahrscheinlich im Süden Chinas und aufgrund ihrer aromatischen Frucht wird die Bitterorange bereits seit mehr als 4000 Jahren kultiviert - übrigens auch sie auch weitaus früher schon nach Europa als ihr süßer Gegenpart, spätestens im 11. Jahrhundert.

Clementine

Clementine
Clementine. (Symbolbild: Getty)

Clementinen oder Klementinen sind im Mittelmeerraum entstanden. Es sind runde Früchte mit orangener, glänzender Schale mit zahlreichen Öldrüsen, die als winzige Dellen in der Oberfläche erscheinen. Im Inneren befindet sich weißes Gewebe, das an den acht bis zwölf Frucht-Segmenten haftet. Je nach Sorte können sich auch Kerne finden lassen. Aufgrund der hohen Kältetoleranz sind Clementinen ein beliebtes Obst zur Weihnachtszeit.

Den Namen haben Clementinen vom Trappistenmönch Frère Clément, der sie als erster entdeckte und wissenschaftlich beschrieb. Für Verwirrung sorgt allerdings, dass sie in Deutschland oft umgangssprachlich als Mandarinen bezeichnet werden.

Mandarine

Mandarinen
Mandarinen. (Symbolbild: Getty)

Denn bei der Mandarine handelt es sich tatsächlich um eine andere Frucht, die sowohl botanisch als auch warenkundlich von der Clementine unterschieden wird. Die Herkunft der Mandarinen wird in Indien oder China vermutet und sie gibt es schon weitaus länger als ihre Mittelmeer-Doppelgänger, nämlich mindestens seit dem 12. Jahrhundert v. Chr.

Mandarinen sind wesentlich kleiner als Orangen, sie sind weniger sauer und haben stattdessen ein unverwechselbares intensives, komplexes Aroma. Ihre Haut lässt sich einfach abschälen, und sie lässt sich besonders leicht in Segmente zerteilen, wodurch man sie gut mit den Fingern schälen und essen kann. Im Gegensatz zur Clementine besteht jede Frucht aus etwa zehn Segmenten.

Tangerine

Tangerine
Tangerine. (Symbolbild: Getty)

Achtung, jetzt wird es kompliziert: Neben Clementinen und Mandarinen gibt es auch noch Tangerinen, die optisch stark den Mandarinen ähneln. Die Schale ist ebenfalls relativ dünn und lässt sich einfach schälen. Auch das Fruchtfleisch schmeckt süßer und aromatischer. Aus diesem Grund nahm man lange an, dass es sich bei Mandarinen und Tangerinen um die gleiche Spezies handle, neueren genetischen Untersuchungen zufolge sind die beiden zwar eng verwandt, aber nicht identisch.

Im englischsprachigen Raum wird der Name Tangerinen allerdings sowohl für diese Frucht als auch für die Mandarine verwendet.

Satsuma

Satsumas
Satsumas. (Symbolbild: Getty)

Die Satsuma ist eine weitere Frucht, die im allgemeinem Sprachgebrauch gerne als (kernlose) Mandarine bezeichnet wird, obwohl es sich hierbei ebenfalls nicht um eine Mandarine handelt. Sie entstand allerdings wahrscheinlich durch eine Kreuzung der Mandarinen-Varietäten Kunenbo und Kishuu mikan. Ein Ursprung wird in Japan angenommen, obwohl die genaue Herkunftsregion nicht nachgewiesen ist. Der Name Satsuma leitet sich von der Region Satsuma, in der heutigen Präfektur Kagoshima, ab, wo ihr Anbau bereits seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesen ist.

Die Früchte haben die Größe einer Mandarine. Die Schale lässt sich leicht ablösen und das Innere ist in zehn bis zwölf Segmente unterteilt. Satsumas sind süß und normalerweise kernlos.

Grapefruit

Grapefruits
Grapefruits. (Symbolbild: Getty)

Grapefruits sind runde, im Durchmesser etwa 10–15 cm große Früchte mit einer gelben Schale und einem je nach Sorte gelbem, roséfarbenem oder rotem Fruchtfleisch. Die inneren Segmente sind miteinander verwachsen und lassen sich nicht leicht teilen. Im Handel erhältliche Grapefruits sind meist kernlos, allerdings sind viele keine Fans des bitteren Geschmacks.

Die Früchte werden sehr unterschiedlich benannt, für manche heißen sie Adamsapfel, Paradiesapfel, Kürbisorange oder Melonenorange. Dadurch, dass sie eine Kreuzung aus Orangen und Pampelmusen sind, werden sie umgangssprachlich (besonders in Norddeutschland) auch gerne als Pampelmuse bezeichnet - wobei es sich allerdings wieder um eine gänzlich andere Frucht handelt.

Pampelmuse (Pomelo)

Pampelmuse
Pampelmuse. (Symbolbild: Getty)

Auch wenn sie umgangssprachlich gerne synonym verwendet werden, gibt es Unterschiede zwischen Grapefruits und Pampelmusen: So sind letztere deutlich größer und sogar die größten Früchte der Gattung der Zitrusfrüchte. Sie können bei manchen Sorten bis zu 30 cm im Durchmesser groß werden und ein Gewicht von über zwei Kilogramm erreichen.

Die dicke äußere Schale der abgeflachten oder rund bis leicht birnenförmigen Pampelmusen ist zudem gelb oder eher gelb-grün gefärbt und lässt sich leicht entfernen. Auch die einzelnen Segmente lassen sich schälen. Außerdem enthält die Pampelmuse trotz ihres hohen Wassergehalts von 90% doppelt so viel Vitamin C wie eine Grapefruit.

Zum Abschluss wird's nochmal kompliziert: Im deutschsprachigen Raum steht der Begriff Pomelo für verschiedene Sorten von Pampelmusen, die milder schmecken, aber keine eigene Art sind. Im englischen steht Pomelo für alle Pampelmusen einschließlich Pomelos, im französischen für Grapefruits und im Spanischen für Grapefruits und Pampelmusen einschließlich Pomelos.

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