Wohnen

So machen Sie Ihre Seife selber

Elias Thiel

E-Mail zur Autorenseite

Simone Madre

E-Mail zur Autorenseite

15.10.2023, 09:46 Uhr
Seife selber zu machen kann die Kreativität fördern, der Umwelt helfen und natürlich Spaß machen.

© silviarita, Pixabay, LizenzCC Seife selber zu machen kann die Kreativität fördern, der Umwelt helfen und natürlich Spaß machen.

In diesem Artikel:

Wer seine Seife selbst macht, anstatt sie zu kaufen, kann seine individuelle Naturseife ganz nach den eigenen Wünschen kreieren. Die Seife ist nun nicht nur frei von Zusatzstoffen, sondern zudem auch umweltschonend. Schließlich muss keine neue Seife mit Plastikverpackung gekauft werden.

Deshalb gibt es im folgenden Beitrag Seifenrezepte mit natürlichen Zutaten und einer Anleitung, die auch wunderbar mit Kindern umgesetzt werden kann. Die selbstgemachten Seifen eignen sich dann zum Gebrauch oder auch perfekt als individuelles und nachhaltiges Geschenk.

Um Seife selbst herzustellen, benötigt man nur wenige Zutaten. Den Ideen zur Form, Duft- oder Farbgestaltung sind kaum Grenzen gesetzt. Welche Bestandteile in der jeweiligen Seife enthalten sein sollen, ist ebenfalls Geschmackssache. Im Folgenden gibt es einfache Ideen für Rezepte, um in Zukunft Seife selber zu machen.

Dabei ist immer Rohseife als Ausgangsmaterial. Diese Seifenmasse selbst herzustellen ist schwierig und erfordert viel chemisches Wissen. Kauft man gleich ein oder mehrere Kilo Rohseife, die teilweise auch in einer Pappverpackung erhältlich sind, hat man einen lang anhaltenden Vorrat für viele eigene Seifen oder Geschenke an andere.

Was ist Rohseife?

Rohseife bildet den Hauptbestandteil der selbstgemachten Seife. Diese enthält weder Duft- noch Farbstoffe oder sonstige Zutaten. Seife entsteht durch die chemische Reaktion von Fetten mit einer Lauge. Wenn beide Zutaten miteinander vermengt werden, entsteht eine Masse.

Die Basis einer selbstgemachten Seife sind verschiedene Fette oder Öle. Diese werden dann mit anderen Zutaten kombiniert. Ein Tipp vorweg: Die übrig gebliebenen Seifenreste kannst du direkt zu einer neuen Seife verarbeiten. In den Do-it-yourself-Seifen-Rezepten wurden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, für die man folgende Materialien benötigt:

Bei der Seifenherstellung sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Hier gibt es ein paar weitere Ideen für selbstgemachte Seifen: Rosen-, Kaffee-, Olivenöl-, Teebaumöl-, Kokos- oder Vanille-Seife. Natürlich lässt sich die Seife auch antibakteriell, vegan, parfümfrei oder speziell für unreine Haut beziehungsweise Akne herstellen.

Eine süßlich duftende Honig-Seife pflegt nicht nur die Haut, sondern steht auch für Wohlgefühl. Honig glättet die Haut und lindert trockene Stellen. Zudem enthält die Honigseife wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Kalzium oder Magnesium. Seife aus Honig wirkt weiterhin antibakteriell sowie antiseptisch. Mit wenigen Zutaten stellt man seine eigene Honig-Seife her und verwandelt sein Badezimmer im Handumdrehen in eine nach Honig riechende Wohlfühloase.

Zutaten

  • 1 Esslöffel Bienenhonig
  • 1 Esslöffel Mandelöl
  • 150 Gramm Glycerin-Rohseife oder ein Stück Kernseife
  • Seifenfarbe in Orange

Zubereitung

Zuerst wird die Glycerin-Rohseife klein geschnitten und im Wasserbad geschmolzen. Dabei sollten die Angaben des Herstellers auf der Verpackung berücksichtigt werden. Den Schmelzvorgang sollte man immer beobachten, da die Seife schnell überkochen kann. Alternativ kann man die Kernseife auch mit einer Küchenreibe klein reiben. Anschließend schmilzt man die Seifenspäne bei niedriger Hitze in einem Kochtopf. Unter Zugabe von Wasser schmilzt die Seifenmasse erfahrungsgemäß wunderbar.

Danach gibt man den Honig, einige Tropfen Seifenfarbe und das Mandelöl hinzu. Nun rührt man die geschmolzene Seifenmasse immer wieder um, bis die Zutaten eine homogene Masse ergeben. Als letztes wird die Masse in hübsche Förmchen gefüllt, sodass die Honigseife aushärten kann. Man kann auch eine größere Form nehmen und die Seife dann in handliche Stücke schneiden.

Eine nach Lavendel duftende Naturseife eignet sich nicht nur ideal zur Körperpflege, sondern verleiht auch der Wäsche und dem Kleiderschrank einen frischen Lavendelduft. Ätherisches Lavendelöl enthält Wirkstoffe, denen entspannende und heilende Eigenschaften zugeschrieben werden. Zusätzlich können Rötungen und Reizungen der Haut durch Lavendelöl gemildert werden.

Zutaten

Zubereitung

Im ersten Schritt wird erneut die Glycerin-Rohseife klein geschnitten und im Wasserbad geschmolzen. Anschließend gibt man fünf Esslöffel des Mandelöls sowie 40 bis 50 Tropfen ätherisches Lavendelöl hinzu. Die flüssige Seifenmasse füllt man in eine Seifen- oder eingefettete Kastenform. Kurz bevor die Seife ihre endgültige Konsistenz erreicht hat, streut man einige getrocknete Lavendelblüten darüber und drückt diese leicht in die Oberfläche ein. Nachdem die Lavendelseife vollständig ausgehärtet ist, kann man sie in die gewünschte Seifengröße schneiden.

Sheabutter-Seifen gehört zu den beliebtesten Seifen überhaupt. Der Ausgangsstoff eignet sich nicht nur als Handseife, sondern auch als Körperbutter, Lippenbalsam, Gesichtscreme oder Haarkur. Die Sheabutter-Seife gibt der Haut die entzogene Feuchtigkeit zurück und beruhigt diese. Vor allem bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte ist Sheabutter sinnvoll, denn die reichhaltige Butter gilt als sehr verträglich.

Zutaten

Zubereitung

Die Glycerin-Rohseife wird auch hier entweder in kleine Stücke geschnitten und im Wasserbad geschmolzen oder mit einer Küchenreibe klein geraspelt und anschließend bei niedriger Hitze geschmolzen. Die Seifenmasse wird gelegentlich umgerührt und dabei etwas Wasser hinzugegeben. In die flüssige Seife gibt man nun einen Esslöffel Sheabutter und rührt so lange weiter, bis sich die Substanzen gut vermischt haben.

Für die besondere Note und ein wahres Dufterlebnis kann man einen Teelöffel Kakao-Duftöl sowie einen Teelöffel Kakaobutter hinzugeben. Nachdem die Seife noch einmal gut umgerührt worden ist, kann man sie in die Seifenform füllen und abkühlen lassen. Nach dem vollständigen Erkalten wird die Seife aus der Form gelöst und in handliche Stücke geschnitten.

Die selbstgemachte Orangen-Seife riecht nicht nur fruchtig-frisch, sondern hat sich auch als ideales Pflegeprodukt bewährt. Ätherisches Orangenöl gewinnt man durch die Kaltpressung von Orangenschalen. Das Öl wirkt entspannend und beruhigend. Der Orangenduft wirkt sich automatisch positiv auf das Wohlbefinden und die Stimmungslage aus. Gleichzeitig wirkt Orangenöl wie ein Energie-Booster für die Haut, da es die Durchblutung fördert und die Zellerneuerung anregt. Zudem soll Orangenöl große Poren verkleinern und die Haut glatter und feiner wirken lassen.

Zutaten

  • 500 Gramm Glycerin-Seifenmasse
  • Ätherisches Orangenöl(ohne künstliche Zusätze)
  • Getrocknete Orangenscheiben
  • Seifenfarbe in Orange

Zubereitung

Die Gießseife wird zunächst zerkleinert und in einem Kochtopf geschmolzen. Im nächsten Schritt werden 20 bis 30 Tropfen des ätherischen Orangenöls hinzugegeben und alles gründlich verrührt. Die Seifenmasse wird in eine passende Seifenform gegeben, um ein wenig abzukühlen. In die Mitte der Form wird eine getrocknete Orangenscheibe gelegt und in die Seife gedrückt. Die Form wird dann mit einer weiteren Schicht der Seifenmasse begossen. Wenn die Seife abgekühlt ist, kann man sie aus der Form lösen und in beliebig große Stücke schneiden.

Lavendelseife selber machen lohnt sich, da sich diese für die Körperpflege eignet. 

Lavendelseife selber machen lohnt sich, da sich diese für die Körperpflege eignet.  © silviarita, Pixabay, LizenzCC

Je nach Erfahrung und Übung braucht man für die Seifenherstellung zwischen ein bis zwei Stunden. Zusätzlich sollte man noch Zeit einplanen, bis die Seife ausgehärtet ist. Die Seife sollte am besten mehrere Stunden in der Form stehen bleiben, bevor sie herausgenommen und in einzelne Stücke geschnitten wird.

Natürlich ist Seife kein teures Beauty-Produkt, sondern lässt sich sowohl in fester als auch in flüssiger Form für unter einem Euro im Supermarkt kaufen. Dennoch lohnt sich die eigene Seifenherstellung, um kreativ zu werden, nachhaltig zu sein und die eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Zudem macht es unglaublich viel Spaß, Seife selbst herzustellen. Auch Kinder lieben Do-it-yourself-Aufgaben. Wer eigene Seifen verschenkt, macht zugleich anderen Menschen eine große Freude.

Wer pro Durchgang mehrere Seifenstücke herstellt, spart sogar noch Geld. Ein Kilogramm Glycerinseife kostet im Schnitt rund zehn bis zwölf Euro. Dazu kommen die verschiedenen ätherischen Öle sowie Dekorationsmaterialien. Diese kosten meistens zwischen ein bis zwei Euro für 10 ml Öl.