Eine Frau hustet

26 April 2022

Rachenentzündung: Das hilft bei Pharyngitis

Jedes Wort zu viel, jeder Schluck eine Qual: Mit einer Rachenentzündung (Pharyngitis) ist nicht zu spaßen. Warum diese schmerzhaften Halsbeschwerden auftreten – und was Sie selbst zur Heilung beitragen können – erfahren Sie hier.

Inhalte:

Was ist eine Rachenentzündung (Pharyngitis)?
Akut oder chronisch: die wichtigsten Unterschiede
Gängige Pharyngitis-Symptome
So lange dauert eine Rachenentzündung
Wissenswertes zur Ansteckung
Was hilft bei einer Rachenentzündung?
Wann ist ärztliche Hilfe ratsam


Pharyngitis im Fokus: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Rachenentzündung (Pharyngitis) ist das, was wir im Allgemeinen als Halsschmerzen oder Halsweh bezeichnen: Die entzündete Rachenschleimhaut verursacht Symptome wie Halskratzen, Schmerzen, Schluckbeschwerden oder Heiserkeit.
  • Man unterscheidet dabei zwischen kurzen, akuten Rachenentzündungen, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden, und chronischen Halsentzündungen, die mindestens drei Monate andauern. Diese klingen erst dann wieder ab, wenn der Kontakt mit dem auslösenden Reiz vorbei ist.
  • Die akute Pharyngitis ist ansteckend und kann durch eine Tröpfcheninfektion weitergegeben werden.
  • Eine akute Rachenentzündung kann mit Hausmitteln sowie schmerzlindernden und entzündungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden, bei einer Bakterienbesiedlung ist oft eine zusätzliche Gabe von Antibiotika nötig.
  • Eine chronische Halsentzündung kann nur ausheilen, wenn die auslösenden Faktoren gemieden werden.

Was ist eine Pharyngitis? 

Wenn wir von Halsweh oder Halsschmerzen sprechen, meinen wir damit meist eine Rachenentzündung (Pharyngitis). Denn sobald die Rachenschleimhaut auf äußere Reize, Bakterien- oder Virenbefall mit einer Entzündung reagiert, nehmen wir das Ergebnis als lästigen Schmerzreiz, Trockenheitsgefühl, Halskratzen oder Schluckbeschwerden wahr. Viren Nahaufnahme

Akut oder chronisch: Das sollten Sie wissen

Bei Diagnose und Behandlung wird zwischen der akuten und chronischen Halsentzündung unterschieden. Diese Differenzierung ist wichtig, da unterschiedliche Auslöser und Krankheitsbilder ebenso unterschiedliche Therapieansätze erfordern. 

  • Akute Rachenentzündungen sind meist viral bedingt und äußern sich durch ein Kratzen oder Brennen im Hals, eine gerötete Rachenschleimhaut, Räusperdrang und/oder Schluckbeschwerden. Häufig stecken klassische Erkältungserreger dahinter, wenn sich plötzlich der Rachen rächt. Der Verlauf entspricht dem von Halsschmerzen bei einem grippalen Infekt und die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen von selbst wieder ab.
  • Chronische Rachenentzündungen werden nicht durch Viren oder Bakterien verursacht und dauern meist länger als drei Monate an. Symptome wie Halstrockenheit, Schluckprobleme, Reizhusten oder der berühmte Kloß im Hals schleichen sich oft langsam ein und verstärken sich dann über mehrere Wochen. Auslöser können u. a. äußere Einflüsse und Reizfaktoren wie Nikotin, Chemikalien, Allergene und Strahlentherapie sein, aber auch eine Überanstrengung der Stimme.

Wichtig:

In einigen Fällen kommt es bei akuten, viral bedingten Rachenentzündungen zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion, d. h. zu einer zusätzlichen Besiedelung durch Bakterien wie Streptokokken, die dank des bereits geschwächten Immunsystems leichtes Spiel haben. Eine solche bakterielle Halsentzündung äußert sich u. a. durch starke Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten, hohes Fieber und weißlich-gelbe Beläge. Sie bedarf im Normalfall ärztlicher Behandlung.

Häufige Ursachen einer Rachenentzündung 

Auch bei der Ursachenforschung lohnt sich die Unterscheidung zwischen akuten, infektbedingten und chronischen Halsentzündungen, die auf einer andauernden Reizung der Schleimhaut beruhen. 

Typische Auslöser einer akuten Pharyngitis: 

  • Viren, die klassische Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Grippe verursachen (z. B. Rhinoviren, Adenoviren, Coronaviren, Influenzaviren, Parainfluenzaviren) 
  • Weitere Virusstämme (u. a. Epstein-Barr, Zytomegalie, Masern, Röteln, Herpes simplex)
  • Bakterien im Rahmen einer bakteriellen Superinfektion (z. B. Pneumokokken, Streptokokken)

 

Häufige Ursachen einer chronischen Pharyngitis:

  • Tabak- oder Alkoholkonsum
  • Sodbrennen (Refluxkrankheit)
  • Mundatmung bzw. eingeschränkte Nasenatmung
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  • Trockene Raumluft
  • Allergien (z. B. Heuschnupfen oder Hausstaub)
  • Strahlentherapie im Kopf- oder Halsbereich
  • Chemikalienexposition
  • Hormonelle Umstellung in den Wechseljahren
  • Falsche Stimmbelastung
  • In seltenen Fällen auch als Begleiterscheinung eines Diabetes oder einer Schilddrüsenunterfunktion

Gängige Symptome einer akuten und chronischen Rachenentzündung

Eine durch Viren oder Bakterien ausgelöste akute Halsentzündung meldet sich häufig mit einem leichten Kratzen oder Trockenheitsgefühl, gefolgt von stärkeren Schmerzen und eventuellen Schluckbeschwerden. Die gerötete Schleimhaut reagiert empfindlich und kann verschleimt wirken. Zusätzlich treten häufig noch erkältungsbedingte Begleitsymptome wie erhöhte Temperatur, Schwächegefühl, Husten oder Heiserkeit auf. 

Bei einer bakteriellen Superinfektion plagen uns eventuell stärkere Kopf- und Gliederschmerzen, eitrige Herde im Rachen, höheres Fieber und geschwollene Lymphknoten. 

Eine chronische Rachenentzündung schleicht sich meist langsam über mehrere Wochen und Monate ein. Neben Trockenheit und Räusperdrang klagen Betroffene häufig über quälendes Halskratzen, Reizhusten, Schluckbeschwerden und ein Fremdkörpergefühl oder einen „Kloß im Hals“. Auch verstärkter Durst kann hier ein Symptom sein.

Ein Mann liegt mit einer Tasse Tee im Bett und haelt seine linke Hand an seine Stirn

Wenige Tage oder mehrere Monate? So lange dauert eine Rachenentzündung

Sind Erkältungsviren im Spiel? Dann dauert der schmerzhafte Spuk glücklicherweise nicht allzu lange. Sobald sich die Erreger in der Halsschleimhaut festgesetzt haben, reagiert das Immunsystem mit einer Entzündungsreaktion, die sich als Halskratzen oder -brennen bemerkbar macht und im Verlauf des Infekts noch verstärkt. In den meisten Fällen heilt diese Entzündung nach wenigen Tagen von selbst wieder aus: Nach etwa einer Woche Schonung sind die meisten Menschen wieder symptomfrei. 

Dauer und Verlauf einer chronischen Pharyngitis hängen hingegen allein von den auslösenden Reizen ab. Solange diese nicht beseitigt sind, kann die Rachenentzündung auch nicht ausheilen.

Wissenswertes zur Ansteckung

Die gute Nachricht zuerst: Wer unter einer chronischen Pharyngitis leidet, ist für andere nicht ansteckend. Da diese Art der Rachenentzündung durch externe Reize ausgelöst wird, ist sie auch nicht übertragbar. 

Anders sieht es mit der akuten Variante aus. Da diese durch Krankheitserreger (vor allem Viren, aber auch Bakterien) verursacht wird, sind die Betroffenen infektiös und können die Auslöser über eine sogenannte Tröpfcheninfektion (Sprechen, Husten, Niesen, Küssen, geteilte Küchenutensilien) weitergeben. 

Halten Sie während Ihrer symptomatischen Erkrankung deshalb besser Abstand zu Gesunden und vermeiden Sie Hautkontakt.

Ein Mann sitzt vor seinem Laptop und fasst mit seiner rechten Hand an seinen Hals

Was hilft bei einer Rachenentzündung? Sinnvolle Tipps zur Behandlung 

Sie haben es sicher schon geahnt: Auch bei der Behandlung der Rachenentzündung unterscheidet sich der Behandlungsansatz von akuten Halsschmerzen und chronischen Beschwerden. Während Hausmittel die Symptome grundsätzlich lindern oder abmildern können, lohnt sich bei der medikamentösen Behandlung und bei Verhaltensempfehlungen etwas Ursachenforschung, um die eigentlichen Beschwerden möglichst zielgenau zu kurieren.

Hausmittel gegen Halsentzündung: Hals befeuchten, Schmerz lindern

Wenn der Rachen entzündet ist, können Sie die folgenden Hausmittel testen. Diese zielen vor allem darauf ab, die gereizte, trockene Schleimhaut zu befeuchten und zu beruhigen.

Tees aus Heilpflanzen wie Thymian, Ringelblume, Ingwer oder Salbei, aber auch warme Suppen

  • Inhalationen mit Kamille
  • Gurgeln mit Salzwasser oder abgekühlten Heilpflanzentees
  • Lutschtabletten (z. B. mit Pfefferminze oder Eukalyptus)
  • Warme Schals, Auflagen oder Halswickel

Einen ausführlicheren Überblick finden Sie in unserem Schwerpunktartikel zum Thema „Was hilft bei Halsschmerzen“

Ein Glas Wasser mit Zitrone

Medikamente bei einer akuten Rachenentzündung 

Rezeptfreie Medikamente mit einem entzündungshemmenden, schmerzlindernden Wirkstoff wie Benzydamin können Menschen, die unter einer erkältungsbedingten Halsentzündung leiden, schnell wohltuende Linderung verschaffen.

Je nach Bedarf und Situation eignen sich hier

Eine Frau nutzt das Tantum Verde Spray

Begleitend kann sich der Einsatz schmerzlindernder und fiebersenkender Wirkstoffe wie Ibuprofen lohnen, um die weiteren Symptome der Erkältung zu mildern.

Ein Kombinationspräparat gegen grippale Infekte wie BoxaGrippal Erkältungstabletten forte (Pflichttext) enthält zusätzlich den abschwellenden Wirkstoff Pseudoephedrinhydrochlorid, um die begleitende Erkältungsbeschwerden schnell und zuverlässig zu lindern.

Haben sich zusätzlich Bakterien im Rachenraum eingenistet? Dann werden Ihnen wahrscheinlich Antibiotika verordnet, um diese hartnäckigen Keime wieder loszuwerden.

Verhaltenstipps bei einer akuten oder chronischen Pharyngitis

Ein Infekt hat sie erwischt? Dann empfehlen wir die folgenden Tipps, um Ihre Rachenentzündung schnell, schonend und gründlich wieder auszukurieren:

  • Viel Schlaf, Schonung und Bettruhe, damit das Immunsystem effektiv arbeiten kann
  • Stimme schonen, Sprechen vermeiden
  • Luft befeuchten, z. B. mit einem Wasserverdunster
  • Kein Alkohol, Nikotin oder scharfe Gewürze 
  • Falls möglich: Konsequente Nasenatmung, damit die Schleimhäute nicht noch stärker austrocknen
  • Frische Luft, vitaminreiche Ernährung und eventuell ein abgestimmtes Nahrungsergänzungsmittel mit den Vitaminen und Mineralstoffen zur Stärkung der körpereigenen Abwehr.

Wann zum Arzt oder zur Ärztin? Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Bei einer chronischen Rachenentzündung hilft hingegen nur eins: Die Identifizierung und konsequente Meidung der auslösenden Reize, um der Schleimhaut die Chance zu geben, sich wieder zu regenerieren. Begleitend lohnt sich auch hier die Schonung der Stimme und eine ausreichende, regelmäßige Befeuchtung der Schleimhäute.

Auch wenn die meisten akuten Rachenentzündungen nach etwa einer Woche von selbst wieder abheilen, gibt es einige Warnsignale, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Folgende Symptome könnten auf ernste Erkrankungen hindeuten oder eine gesonderte Behandlung mit z. B. Antibiotika erfordern:

  • Akute Atembeschwerden
  • Ohrenschmerzen
  • Sehr starke Hals- oder Rachenbeschwerden
  • Hohes Fieber
  • Blut im Speichel oder Rachenschleim
  • Eiterherde im Rachen
  • Probleme beim Öffnen des Mundes
  • Schwellungen im Hals oder im Gesicht, Knoten am Hals
  • Heiserkeit, die länger als zwei Wochen anhält
  • Häufig wiederkehrende Halsentzündungen
  • Beschwerden, die auch nach 14 Tagen noch nicht abgeklungen sind.

Sie möchten mehr zum Thema Halsgesundheit erfahren?

Weiteres, wertvolles Wissen zur Halsgesundheit finden Sie in unserem nützlichen Ratgeber. Unter anderem können Sie sich hier über Halsschmerzen bei Kindern, Tipps gegen Heiserkeit oder entzündete Mundschleimhaut informieren.

Häufig gestellte Fragen

Bei einer chronischen Rachenentzündung hilft leider nur eins: Sie müssen den Reiz, der die Beschwerden verursacht, ermitteln und dann konsequent meiden, damit die Entzündung der Schleimhäute ausheilen kann.

Folgende Ursachen sind möglich: 

  • Tabak- oder Alkoholkonsum
  • Sodbrennen (Refluxkrankheit) 
  • Mundatmung bzw. eingeschränkte Nasenatmung 
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung 
  • Trockene Raumluft
  • Allergie (z. B. Heuschnupfen oder Hausstaub)
  • Strahlentherapie im Kopf- oder Halsbereich
  • Chemikalienexposition
  • Hormonelle Umstellung in den Wechseljahren 
  • Falsche Stimmbelastung 
  • In seltenen Fällen auch als Begleiterscheinung eines Diabetes oder einer Schilddrüsenunterfunktion


Was Sie sonst noch tun können: Schonen Sie Ihre Stimme und halten Sie Ihre Schleimhäute feucht, z. B. durch Luftbefeuchter, regelmäßiges Gurgeln mit Salzwasser, warme Tees mit Heilkräutern wie Kamille oder wohltuende Inhalationen.

Bei einer Rachenentzündung sollten Sie entweder mit einer Salzwasserlösung oder einem abgekühlten Heilkräuteraufguss gurgeln.

Empfohlen werden u. a. entzündungshemmende Pflanzen wie Salbei, Kamille oder Thymian.

Eine akute Rachenentzündung, die z. B. im Rahmen einer Erkältung auftritt, wird durch Viren oder Bakterien verursacht und ist entsprechend ansteckend.

Meiden Sie bitte Kontakt mit anderen Menschen, während die Symptome anhalten.

Chronische Rachenentzündungen, die länger als drei Monate andauern, sind übrigens nicht ansteckend, da sie durch externe Reize wie Nikotin, Allergene oder Chemikalien ausgelöst werden.

Die meisten akuten Rachenentzündungen werden durch Viren verursacht und dauern etwa so lange wie eine klassische Erkältung: Oft sind die Symptome schon nach wenigen Tagen wieder abgeklungen, aber sie können auch bis zu 14 Tage andauern.

Eine chronische Rachenentzündung wird durch externe Reize ausgelöst. Sie dauert mindestens 3 Monate an und klingt erst dann wieder ab, wenn der Kontakt mit dem auslösenden Faktor vorbei ist.

Welche Medikamente bei einer Rachenentzündung sinnvoll sind, hängt von den Ursachen der Beschwerden ab. 

Grundsätzliche Linderung versprechen Arzneimittel mit einem schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkstoff wie Benzydaminhydrochlorid, während ärztlich verordnete Antibiotika nur bei einer bakteriellen Superinfektion angebracht sind.

Eine Antibiotikagabe ist nur bei einer bakteriellen Rachenentzündung hilfreich und sinnvoll. Welche Antibiotika in Ihrem Fall genau helfen, sollte durch einen Abstrich beim Arzt/bei der Ärztin genau bestimmt werden.

Eine Rachenentzündung wird entweder durch Viren oder Bakterien ausgelöst (z. B. klassischen Grippe- oder Erkältungsviren), oder durch externe Reize wie Nikotin, Alkohol, allergieauslösende Stoffe, Mundatmung, Strahlenbehandlung, hormonelle Umstellung oder Chemikalien.

Eine Rachenentzündung kann recht sanft verlaufen oder sehr schmerzhaft sein. Vor allem bei einer sogenannten bakteriellen Superinfektion (zusätzlichen Besiedelung durch Bakterien wie Streptokokken oder Pneumokokken) treten häufig starke Schmerzen oder Schluckbeschwerden auf.

Bei einer Rachenentzündung sollte man beruhigende Heilkräutertees, z. B. mit Salbei oder Kamille, trinken und warme Suppen essen. Einige Menschen berichten auch, dass ihnen kühle Getränke gut tun.

Meiden Sie bitte alles, was die angegriffene Halsschleimhaut zusätzlich reizen könnte wie Alkohol, heiße Speisen oder scharfe Gewürze.

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