Sonntag, 20. Mai 2012

Temminckstrandläufer, Rotschenkel und Bruchwasserläufer

Leider ist das lange Wochenende schon wieder Vergangenheit. Immerhin war das Wetter passabel. Wechselhaft war es. Der Wind drehte innerhalb weniger Tage mehrmals von West auf Ost und wieder zurück. Und mit jeder Stunde wurde es etwas wärmer, allerdings auch schwüler. Also keine schlechten Voraussetzungen für gute Bilder.

In Emden-Larrelt gab es viel zu sehen und manche Art zu fotografieren, zum Beispiel wieder den süßen Bruchwasserläufer:


Zwei waren es, die sich dort übers Wochenende aufhielten. Nur einen davon bekam ich vor die Linse:

Etwas Gefiederpflege:

Das war am Samstag.

Bereits am Freitag gelang mir mein erstes brauchbares Foto vom Rotschenkel, der ja hier in Emden nach wie vor ein Brutvogel ist:

Da habe ich mich aber wirklich gefreut!

Und am Samstagabend dann die große Überraschung:

Vor meinem Tarnzelt war im Augenblick nichts los, und so lugte ich mal ganz vorsichtig nach hinten hinaus. Ich traute meinen Augen nicht: Vier Temminckstrandläufer liefen da herum, wahrscheinlich jene, die ich dort bereits am Vortag gesehen hatte. Und sie bewegten sich doch tatsächlich auf mein Versteck zu!

Zunächst, sie hatten inzwischen den Aktionsradius meiner Linse betreten, ein Gruppenbild, das drei der Vögel zeigt, zwei davon allerdings unscharf:

Bei dieser Art bin ich immer sehr aufgeregt; ich weiß allerdings nicht, warum. Und nur beim Temminckstrandläufer fokussiere ich ständig daneben (Autofokus setze ich fast nie ein):

Mich erinnert diese Art immer an Mäuse, weil sie so winzig ist, stets geduckt läuft und sich meist in stärker bewachsenen Bereichen von Schlammteichen herumdrückt. Hier allerdings scheuten sie die Offenheit der Schlammfläche nicht:

Es war wirklich schwer, korrekt belichtete Bilder zu bekommen, weil die Vögel immer in Bewegung waren und sich der Hintergrund ständig veränderte, mal hell, mal dunkel war. Viel Datenmüll habe ich produziert, aber da es keine Filme mehr gibt (wenigstens für mich nicht), ist das nicht so schlimm und vor allem umsonst:


Weil man diese Art nicht so oft vor die Linse bekommt, ist sie immer noch etwas ganz Besonderes für mich. Benannt wurde dieser Vogel, der in Skandinavien und quer durch Sibirien brütet, übrigens nach Coenraad Jacob Temminck, einem niederländischen Ornithologen, der im 18. und 19. Jahrhundert gelebt hat.




Temminckstrandläufer tauchen auf dem Heimzug immer ab Mitte Mai auf, weshalb man die Atomuhr in Braunschweig, das ist die Uhr aller Uhren, nach ihnen eingestellt hat ;-)

Hier noch ein letztes Bild im Licht der tief stehenden Abendsonne:


Anderes Thema: Rapsfelder sind zwar eine ökologische Katastrophe, aber immerhin dienen sie als Lebensraum für jene Blaukehlchen, die kein besseres Revier mehr abbekommen haben ;-)

Hier ein Bild vom frühen Sonntagmorgen, aufgenommen im Nebel von Emden-Wybelsum:

Ein paar weitere Bilder anderer Vogelarten gelangen mir darüber hinaus, doch will ich nicht gleich mein ganzes Pulver auf einmal verschießen.

Erwähnen möchte ich aber noch die Vögel dieses Wochenendes. Am Samstagmorgen flogen an der Knock unmittelbar vor mir zwei Rebhühner rufend auf. Meine Kamera befand sich in diesem Augenblick sicher verwahrt in meinem Rucksack und den wiederum hatte ich geschultert, weshalb nicht einmal Belegaufnahmen möglich waren. Diese einst sehr häufige Art ist vielerorts inzwischen sehr selten geworden, und Emden stellt in dieser Hinsicht leider keine Ausnahme dar. Zwischenzeitlich galt das Rebhuhn hier sogar als ausgestorben!

Musik aus Island: Of Monsters and Men!