ZEITKURVEN mit Gisela Hartmann: Liebe, Leid, Weltverantwortung

Am kommenden Sonntag startet unsere neue Reihe ZEITKURVEN. Landessprecher Bernhard Stengele kommt mit Persönlichkeiten unserer Partei oder unseren Ideen offen gegenüberstehenden Personen ins intensive Gespräch. Es sind Menschen, die erfahren genug sind, um zurückblicken zu können, die die Kurven ihrer Lebenszeit schon überschauen können und deshalb gelassener verstehen und dabei gleichzeitig noch leidenschaftlich kämpfen. Anhand von selbstgewählten Musikstücken messen wir die Lebensstrecke ein wenig aus, verharren und vertiefen da und dort und kommen doch immer wieder im Hier und Heute an.

Der Zeitpunkt und die Person für die erste Folge sind bewusst gewählt. Während in Erfurt und überall in Deutschland die Feiern zur Wiedervereinigung stattfinden, wollen wir mit Gisela Hartmann zusammen die Zeitkurven aus den Anfängen der DDR bis zur Wende, die Bewegungen seit der Wiedervereinigung bis jetzt zu der Zeitenwende durch den barbarischen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ausmessen.

Wie war es, schon in der DDR aktiv Umwelt- und Friedenspolitik zu machen? Wie gefährlich, wie anstrengend, wie erfüllend, wie deprimierend war das Leben in diesem System? Wie war für Gisela die Zeit der Wende, die sie mitgestaltet, mitorganisiert hat, während der sie über Wochen vor 20.000 – 40.000 Menschen gesprochen hat? Danach nicht nur in Japan von der friedlichen Revolution berichtet hat. Und wie hat sie die 30 Jahre erlebt, in denen ja zusammenwachsen sollte, was zusammengehört? Und was denkt eine so erfahrene Frau über die Zeit der multiplen Krisen von Corona bis zu dem barbarischen Angriffskrieg gegen die Ukraine?

1939 in Eberswalde geboren ist Gisela bis heute in ihrer Kirche, in der sie auf allen Ebenen gearbeitet hat und in der Politik, die sie um die ganze Welt geführt hat, streitbar aktiv. Wir laden euch ein an diesem wechselvollen Leben teilzuhaben. Schaltet euch dazu.

Die Veranstaltung wird am Sonntag, den 2. Oktober 2022, um 11 Uhr live über unseren Youtube-Kanal gestreamt.


Hintergrund

Weder im persönlichen Leben, noch in der Politik verlaufen Prozesse linear, geschweige denn vorhersehbar. Das unterscheidet menschliches Agieren von der Naturwissenschaft, in der das Prinzip von Ursache und Wirkung (jedenfalls in der supramolekularen Welt) verlässlich eintrifft und empirische Daten zu verlässlichen Vorhersagen führen können. Die Ereignisse um Corona, der barbarische Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigen wie ungenau, oberflächlich und fehlerhaft unsere Beobachtungen der Realität sein können – mit schrecklichen Konsequenzen. Die Klimakrise offenbart darüber hinaus, dass vorausschauendes, also nachhaltiges Denken wegen unserem Bedürfnis nach momentaner Befriedigung viele von uns und die Menschheit insgesamt zu überfordern scheint. Durch die Untätigkeit der in den letzten 50 Jahren regierenden und herrschenden Klassen ist eine für den Planeten höchst bedrohliche Situation entstanden. Und dies ist geschehen, obwohl es gut eruierte und verlässliche Daten für diese schreckliche Entwicklung gab. Dennoch gab es immer kluge und mutige Menschen, die nicht aufhörten auf diese Entwicklung hinzuweisen und dabei auch persönliche Risiken eingingen. Mit diesen Persönlichkeiten wollen wir sprechen. Wenn wir Dinge in der Politik vernünftig ändern wollen ist es richtig, die Menschen zu Rate zu ziehen, die Fehlerquellen aus eigenem leidvollen Scheitern schneller erkennen können, die Gefahren ausmachen und Irrwege identifizieren können. Menschen, die uns durch ihre Geschichte helfen können, unser Handeln genauer und sinnvoller zu machen, unsere Kräfte richtig einzusetzen, braucht unsere Gesellschaft dringend. Dabei ist es vollkommen klar, dass wir auf neue Entwicklungen nicht so reagieren können, wie es unter anderen Umständen richtig war. Die gescheiterte Russlandpolitik zeugt davon. Doch Menschen, die die Kurven ihrer Lebenszeit ein wenig überschauen können und sich ihre Zeit bewußt machen, sind klug genug, die Unterschiedlichkeit der Herausforderungen jeder Zeit zu erkennen. Für Thüringen sind deshalb die Erfahrungen von Menschen so wertvoll, die noch in der DDR sozialisiert und politisiert wurden, die damals schon für den Erhalt unserer natürlichen Umwelt und für eine offenere Gesellschaft eingetreten sind. GISELA HARTMANN ist eine Zeitzeugin, eine Frau die die Kurven des Lebens erlebt hat und darüber nachdenkt. Deshalb brauchen wir ihre Geschichte, um unsere Welt besser verstehen zu können.