Der Vogelzug – Langstreckenflieger bis Kurzstreckenflieger

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Entsprechend der Länge der Strecke, die sie zurücklegen, werden sie unterschieden.

Die Hälfte unserer heimischen Vogelarten sind Zugvögel, die in wärmeren Gebieten überwintern. Wenn die Nahrung knapp wird, dann starten die Vögel. Wobei nicht alle Zugvögel, die wir in Deutschland beobachten können, zur selben Zeit hier sind.

Ein Großteil der Vogelarten verbringt den Winter im Süden und kommt im Frühling zurück. Es gibt jedoch auch Zugvögel, die in nördlichen Gebieten brüten und dann zur Überwinterung nach Mitteleuropa fliegen und bei uns im Winterhalbjahr zu sehen sind.

Wie die Vögel ihren Weg finden, war lange Zeit ungeklärt. Früh wurde festgestellt, dass das Zugverhalten bei den Vogelarten angeboren ist. Dabei haben die Vögel eine Art inneren Kompass, mit dem sie den Neigungswinkel des Erdmagnetfeldes wahrnehmen. Darüber hinaus orientieren sie sich an Landmarken sowie dem Stand der Sterne. Dank der Fähigkeit, UV-Licht wahrzunehmen, können sich Vögel auch am Stand der Sonne orientieren.

Entsprechend der Länge der Strecke, die sie zurücklegen, werden sie unterschieden.

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Die Küstenseeschwalbe legt den längsten Weg zurück. (Foto: wikipedia.org)

 

Langstreckenzieher

Die Überwinterungsbereiche der meisten mitteleuropäischen Langstreckenzieher liegen südlich der Sahara, manche sogar im südlichen Teil von Afrika. Als Langstreckenzieher (auch Fernzieher oder Weitstreckenzieher) bezeichnet man alle Vogelarten, deren Brutgebiete mehr als 4.000 km vom Überwinterungsgebiet liegen. Beispiele hierfür sind der Weißstorch und der Kuckuck. Wobei die Küstenseeschwalbe den weitesten Weg zurücklegt. Sie brütet im Frühling in den nördlichen Polargebieten und verbringt den Winter auf der anderen Seite der Erde in der Südpolarregion.

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Das Rotkehlchen zählt zu den Kurzstreckenzieher. (Foto: wikipedia.org)

 

Kurzstreckenzieher

Die Zugvögel, deren Überwinterungsgebiet 2.000 km vom Brutgebiet liegt, werden als Kurzstreckenzieher bezeichnet, da der Wanderweg im Vergleich zu anderen Wegstrecken relativ kurz ist. Bekannte Kurzstreckenzieher in Mitteleuropa sind der Star, die Bachstelze und das Rotkehlchen. Viele Kurzstreckenzieher sind sogenannte Teilzieher. Das sind die Vogelarten von denen einige in den Süden ziehen, andere aber bei uns überwintern. Die Vögel, die wir im Winter am Futterhaus, im Garten und im Park sehen, haben den Sommer in Nord- oder Nordosteuropa verbracht und verbringen den Winter in Mitteleuropa, da es hier milder ist. Im zeitigen Frühling wandern diese dann wieder ab, so auch das Rotkehlchen. Gleichzeitig kommen dann jene Rotkehlchen zurück, die den letzten Sommer bei uns gelebt haben und den Winter in Südwesteuropa verbrachten.

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Der Mäusebussard ist ein typischer Teilzieher. (Foto: wikipedia.org)

 

Teilzieher

Unter Teilzieher versteht man auch die Vogelarten, bei denen nicht alle Vögel aus dem Sommergebiet abwandern. So fliegen zum Beispiel nur die Jungvögel in den Süden und die Altvögel bleiben im Winter in ihrem Brutgebiet. Der Mäusebussard ist in Mitteleuropa hierfür ein Beispiel. So ziehen die Jungvögel einige hundert Kilometer weiter in den Südwesten. Zahlreiche Mäusebussarde kommen dagegen aus Schweden, Finnland und dem Baltikum in unsere Breitengrade und überwintern hier. Ca. 60 % der in Europa heimischen Brutvögel gehören zu den Teilziehern.

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Die Elster zählt zu den Standvögeln und ist das ganze Jahr vor Ort. (Foto: wikipedia.org)

 

Standvogel

Wie der Name „Standvogel“ bereits deutlich macht, werden so jene Vogelarten bezeichnet, die das gesamte Jahr am selben Ort verbringen. Hierfür sind der Zaunkönig, die Elster, der Graureiher und der Turmfalke in Mitteleuropa ein Beispiel.

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Wie der Grünfink zählt auch die Goldammer zu den Strichvögeln. (Foto: wikipedia.org)

 

Strichvogel

Als Strichvogel werden die einheimischen Vogelarten bezeichnet, die im Herbst und im Winter ihr Brutgebiet verlassen, aber keine Wanderungen in den Süden unternehmen. Sie bleiben in unseren Breitengraden und suchen lediglich etwas wärmere Gebiete in nicht zu großer Entfernung. Sie ziehen in einen anderen Landstrich, woraus sich auch deren Bezeichnung ergibt. Manche Strichvögel kommen so im Winter auch einfach nur in wärmere Städte. So sind die Goldammer und der Grünfink Strichvögel in Mitteleuropa.

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Der Sichelstrandläufer ist nur auf Durchreise in Deutschland. (Foto: wikipedia.org)

 

Durchzügler

Als Durchzügler werden Vogelarten bezeichnet, die auf Durchreise sind. Sie brüten in sehr hohen nördlichen Gebieten und ziehen nach Afrika oder in den Mittelmeerraum, um dort den Winter zu verbringen. Sie fliegen von Standort zu Standort und passieren Mitteleuropa und so auch Deutschland. So ist der Sichelstrandläufer ein Beispiel dafür, den man nur während seines Frühlings- und Herbstzuges in Deutschland beobachten kann.

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Die Nonnengans zählt zu den Wintergästen. (Foto: wikipedia.org)

 

Überwinterer

Bei den Überwinterern handelt es sich um Vogelarten, die in einem bestimmten Gebiet überwintern und zu den Zugvögeln gehören. Den Sommer verbringen sie in nördlichen Gebieten, wo sie auch brüten. Den Winter verbringen sie als Gäste dann in Mitteleuropa, daher nennt man sie auch Wintervögel oder Wintergäste. Zu den Zugvögeln, die in Deutschland überwintern, gehören beispielweise die Eiderente und die Nonnengans. So verbringen Nonnengänse den Winter an der Nordseeküste.

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