Langschwanz-Chinchilla

Allgemeine Übersicht

Das Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera) ist eine Säugetierart in der Gattung der eigentlichen Chinchillas (Chinchilla) in der Familie der Chinchillas (Chinchillidae). Man findet die Tiere in Chile, wo sie endemisch sind, also nur hier vorkommen. Die Chinchillas gliedern sich in folgende drei Gattungen mit sieben verschiedenen Arten:
• Eigentliche Chinchillas (Chinchilla) - mit zwei Arten
• Hasenmäuse oder Berg-Viscachas (Lagidium) - mit vier Arten
• Viscacha (Lagostomus maximus) - eine Art

Gliederung, Taxonomie

Ordnung Nagetiere (Rodentia)
Familie Chinchillas (Chinchillidae)
Gattung Eigentliche Chinchillas (Chinchilla)
Art Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera)


Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Long-tailed chinchilla
  • Spanisch: Chinchilla de cola larga

Aussehen, Merkmale

Langschwanz-Chinchillas besitzen eine Kopf-Rumpflänge zwischen etwa 25 bis 40 cm. Ihr buschiger Schwanz erreicht eine Länge von 15 cm. Die Weibchen besitzen ein mittleres Gewicht von rund 0,8 kg, während das mittlere Gewicht der Männchen etwa 0,5 kg beträgt. Ihr Fell ist seidig-weich und sehr dicht. Es ist blaugrau oder bräunlich gefärbt, wobei jedes Haar eine schwarze Spitze besitzt. Ihr Kopf ist breit, mit großen Ohren und schwarzen Augen. Die Vorder- und Hinterpfoten enden in vier Zehen.

Nahrung

Langschwanz-Chinchillas sind Pflanzenfresser, die alle möglichen Arten von Pflanzen als Nahrung verzehren. Dazu setzen sie sich aufrecht hin und halten die Nahrung mit ihren Vorderpfoten.

Vorkommen, Lebensweise

Der Langschwanz-Chinchillas ist in Chile endemisch, kommt also nur hier vor. Man findet sie in felsigen Gebirgsregionen der Anden, in Höhen bis zu 4.000 m. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv, während sie sich tagsüber in Felsspalten und Höhlen zurückziehen. Sofern es noch genügend Tiere gibt, leben sie in Gruppen bis zu 100 Tieren zusammen Bei diesen Tieren sind die Weibchen das dominante Geschlecht und verhalten sich gegenüber anderen Weibchen aggressiv.

Fortpflanzung, Jungtiere

Im Alter von etwa acht Monaten werden die Tiere geschlechtsreif. Nach einer (erfolgreichen) Paarung bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von etwa 110 Tagen zwei bis drei – selten mehr – Junge zur Welt. In einem Alter von etwa sieben bis acht Wochen werden sie entwöhnt. In Freiheit beträgt ihre Lebenserwartung etwa 10 Jahre, in Gefangenschaft können es bis zu 20 Jahre sein.

Gefährdung, Feinde

Die IUCN schätzt, dass die Population in Freiheit in den letzten 15 Jahren um über 90 % zurückgegangen ist und stuft die Art daher als „vom Aussterben bedroht“ ein Im Gegensatz dazu sind sie als Pelz- und Heimtiere weit verbreitet. Seit den 1920er-Jahren werden sie in Farmen gezüchtet. Durch ausgedehnte Zucht ist innerhalb der letzten sechzig Jahre eine Vielfalt an Mutationen der Fellfarbe aufgetreten.

IUCN
Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resource (IUCN) ist eine internationale Nichtregierungsorganisation. Ihre Gründung erfolgte am 8. Oktober 1948 in Fontainebleau (Frankreich) als International Union for the Protection of Nature (IUPN) Die IUCN erstellt unter anderem die Rote Liste gefährdeter Arten und kategorisiert Schutzgebiete mittels der World Commission on Protected Areas, zudem besitzt sie einen

Pelztierfarmen

Nach jahrelangen Diskussionen hatte die Bundesrepublik 2017 hohe gesetzliche Auflagen für die Haltung von Nerzen, Füchsen und anderen Pelztieren erlassen. Danach hatten die verbliebenen Betriebe noch bis 2022 Zeit, die Haltung der Tiere zu modernisieren . Jedoch ist die kommerzielle Zucht und Tötung von Pelztieren in Deutschland nicht verboten. Aber die Auflagen an die Haltung sind ab dem Jahr 2022 so streng, dass sich die Pelztierhaltung wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Daher gibt es seit dem Jahr 2019 in Deutschland keine Pelztierfarmen mehr. In Österreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Slowenien, Tschechien, Kroatien und in dem Vereinigte Königreich ist die Haltung von Pelztieren sogar gesetzlich verboten.

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