Maurerkellen

Wenn man eine Wand hochzieht, dann muss eine Maurerkelle schon einiges verkraften: Minderwertige Kellen streichen da schnell die Segel. Was die Unterschiede sind und worauf Sie beim Kauf achten müssen, erfahren Sie hier ...

Maurerkellen
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Zusammenstöße mit Steinen lassen sich beim Arbeiten mit der Maurerkelle nicht vermeiden! Und hier und da muss die "Truffel" auch schon mal mit einem mehr oder minder leichten Schlag besonders hartnäckigen Ziegeln zeigen, wo es langgeht. Welche Formen und welche Arten von Maurerkellen es gibt, erfahren Sie hier: Welche Kelle wofür?

Bei der Arbeit mit Maurerkellen wird das Werkzeug stark strapaziert. Minderwertige Ware (und ist sie noch so billig) hält diesen Strapazen nicht lange stand – die Arbeit wird anstrengend und langwierig. Und auch das Arbeitsergebnis ist dann meist nicht zufrieden stellend. Brauchbare Exemplare verfügen über ein konisch geschliffenes Blatt: Das heißt, an der Schulter der Maurerkelle, wo der Griff ansetzt, ist der Stahl etwa doppelt so dick wie an der Spitze. Das garantiert Robustheit bei hoher Flexibilität.

Maurerkellen aus Edelstahl: Vor- und Nachteile

Maurerkellen

Besonders Heimwerker schätzen die Edelstahl-Kellen, denn das Rostfrei-Symbol gilt ihnen als Gütesiegel und Qualitätsmerkmal. Doch der Nachteil von Maurerkellen aus Edelstahl besteht darin, dass sich das Material nicht (konisch) schleifen lässt. Das Blatt ist über die ganze Fläche gleich dick und dadurch wesentlich weniger flexibel. Edelstahlkellen (rechts im Bild) sind daher nicht im gleichen Maße belastbar wie Standardkellen. Wer in Sachen Robustheit besonders hohe Ansprüche stellt, sollte auf eine geschmiedete Maurerkelle (links im Bild) zurückgreifen!

Flexibilität von Maurerkellen testen

Stellen Sie die Kelle mit der Spitze auf einen festen Untergrund. Drücken Sie die Kelle fest auf und lösen Sie den Druck wieder. Nun sollte das Blatt sofort in die alte Position zurückschnellen – ohne dauerhafte Verformung! Sollte das Kellenblatt verbogen sein und bleiben, lassen Sie die minderwertige Ware besser im Regal liegen!

Maurerkellen: Große Formenvielfalt

Neben den Material- und Verarbeitungsmerkmalen unterscheiden sich Maurerkellen vor allem durch ihre Form. Hier spielt nicht nur der Verwendungszweck eine Rolle, sondern auch regionale Traditionen. So ergibt sich eine Formenvielfalt, die von kaum einem anderen Werkzeug überboten wird.

  • 1 Dachdeckerkelle – zum Ausspachteln von Ecken und Nischen
  • 2 Berliner Stecherkelle – zum Verputzen von Türen, Fensterrahmen und Treppen
  • 3 Hamburger Putzkelle – regionale Maurerkelle
  • 4 Zungenkelle
  • 5 Katzenzungenkelle – für Unterputz- und Ausbesserungsarbeiten, z. B. zum Verputzen von Kabelkanälen
  • 6 Berliner Maurerkellen (180 mm und 260 mm) – regionale Maurerkellen
  • 7 Arnheimer Maurerkelle – regionale Maurerkelle mit abgerundeter Spitze
  • 8 Maurerkelle Herzform – für großflächige Arbeiten und zum Anwerfen von Putz
  • 9 Düsseldorfer Betonkelle – regionale Maurerkelle
  • 10 Innenecken-Kelle – ermöglicht das saubere Ausarbeiten von Innenecken
  • 11 Außenecken-Kelle – ermöglicht das saubere Ausarbeiten von Außenecken
  • 12 Stukkateur-Eckenspachtel – zum sauberen Ausarbeiten von Kanten
  • 13 Dänische Fugenkelle
  • 14 Holländische Stoßfugenkelle
  • 15 Stukkateur-Spachtel – für Ausbesserungen in Putz und Mörtel
  • 16 Italienische Maurerkelle
  • 17 Berner Putzkelle

Klassisches Maurerwerkzeug: die Kelle

Die Maurerkelle ist ein traditionelles Handwerkzeug der Maurer und Stukkateure.

Maurerkelle

Über die Jahrzehnte haben sich viele Spezialformen in unterschiedlichen Regionen und für verschiedene Anwendungsgebiete entwickelt.Trotz der großen Vielfalt bezüglich Form und Verwendungszweck sind den allermeisten Maurerkellen diese sechs Eigenschaften gemein:

  • Das Heft
  • Die Angel
  • Die Schutzgas-Schweißstelle
  • Das Blatt
  • Die Spitze
  • Die Schulter

Das Heft, so wird der Handgriff genannt, ist meist aus Holz gefertigt und sollte einen festen Griff erlauben. Meist ist das Holz zum Schutz vor Nässe lackiert. Rutschhemmende Farben sind bei Maurerkellen nicht entscheidend (wie z. B. beim Hammer), da beim Mauern ohnehin Handschuhe getragen werden sollten.

Seltener finden sich im Handel auch speziell ergonomisch gestaltete Maurerkellen – zum Teil sogar mit gummierten, anatomisch nachgeformten Heften.

Die Angel bildet die Verbindung zwischen Heft und Blatt, also zwischen dem Griff und der eigentlichen Kelle. Es gibt drei grundsätzliche Angelformen bei Maurerkellen:

  • A den Schwanenhals
  • B die gebogenen Angel
  • C den geraden Hals

Bei den geschwungenen Formen befindet sich der Handgriff mehr oder weniger über der Blattfläche, sodass sich ein günstiger Hebel und damit eine Kraftersparnis beim Arbeiten ergibt. Außerdem kann man diese Kellen bei Arbeitspausen mit der gebogenen Angel einfach am Rand des Bottichs aufhängen. Geradhalsige Kellen lassen sich allerdings gezielter führen.

Die Schutzgas-Schweißstelle muss die Kraft, die auf den Handgriff wirkt, auf das Blatt weiterleiten. Auf diesem schmalen Übergang lasten dementsprechend hohe Kräfte. Eine solide Ausführung und Verarbeitung sind daher unverzichtbar. Die Schweißnaht muss geschlossen und glatt gearbeitet sein. Und natürlich sollte sich nicht schon beim Kauf Rost eingenistet haben. Für einen guten Kraftübergang von Heft auf Blatt sollte die Angel genau mittig und im rechten Winkel zum Blatt angeschweißt sein.

Das Blatt guter Maurer- und Gipskellen wird aus mittelhartem Qualitätsstahl hergestellt (A). Dabei handelt es sich um unlegiertes Material, das im Hinblick auf Schwefel- und Phosphorgehalt von höchster Reinheit sein muss. Als besonders robust gelten geschmiedete Kellen (B). Kellenblätter aus Edelstahl (C) sind ursprünglich zur Verarbeitung von Kunststoffputzen eingeführt worden, da sie gegen die im Putz enthaltenen aggressiven Chemikalien resistent sind.

Auch in der Form unterscheiden sich die Blätter je nach Funktion, Einsatzgebiet und Region der Kellen deutlich. Guten Kellen gemein ist der spezielle Schliff des Blattes: Der Blatt-Querschnitt verjüngt sich zur Spitze. Das Blatt ist dabei an der Schulter etwa doppelt so dick wie an der Spitze. Dieser Schliff sorgt für eine bessere Flexibilität des Blattes.

Die Spitze bildet den vorderen Rand des Kellenblattes. Sie muss beim Mauern so manchen Stoß verkraften. Die Schulter wird die rückwärtige Kante des Kellenblattes genannt. Hier setzt die Angel an. Dieser Bereich ist bei Qualitätskellen dicker als die Spitze.

Fotos: sidm / Archiv

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