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„ Die Kipp-Beschleunigung zwischen ozeanischem und Ich-Bewusstsein“

„ Die Kipp-Beschleunigung zwischen ozeanischem und Ich-Bewusstsein“. Renaud van Quekelberghe. Das menschliche Bewusstsein, vermutlich aber auch das Bewusstsein von Tieren, ist grundsätzlich bi-modal oder januskopfartig.

jeff
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„ Die Kipp-Beschleunigung zwischen ozeanischem und Ich-Bewusstsein“

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Presentation Transcript


  1. „Die Kipp-Beschleunigung zwischen ozeanischem und Ich-Bewusstsein“ Renaud van Quekelberghe

  2. Das menschliche Bewusstsein, vermutlich aber auch das Bewusstsein von Tieren, ist grundsätzlich bi-modal oder januskopfartig.

  3. Die Modalität des „Ich- oder Alltagsbewusstseins“ ist vor allem gekennzeichnet durch: • in Raum und Zeit „mehr oder weniger“ gut orientiert, • aufs Engste an einen lebendigen Körper gebunden, • „ich-bezogen“ und zwar meist individuell oder auf Kleingruppen bezogen (z.B. Familie, Berufsgruppe etc.), • durch Eigenschaften wie „wach, achtsam, schläfrig, unaufmerksam „ leicht bestimmbar, • mit Gewohnheiten und Handlungsroutinen gut vertraut und ausgerüstet. Das „Ich- oder Alltagsbewusstsein“ stellt in nicht-archaischen Kulturen - wie in unserer europäischen Kultur - die am ehesten fassbare Modalität menschlichen Bewusstseins dar.

  4. Diese zweite Modalität scheint: • die üblichen Raum- und Zeitgrenzen zu überschreiten, • sich an keinen individuellen Körper binden zu wollen, • kennt kein „Ich“ bzw. ist trans-individuell oder universell, • ist mit Eigenschaften schwer bestimmbar, • besteht wie abseits von lernbaren Gewohnheiten oder Handlungsroutinen. Ich nenne diese zweite Modalität des Bewusstseins: „ozeanisches Bewusstsein“, (abgekürzt OB). Beide Bewusstseinsmodalitäten, Ich- und ozeanisches Bewusstsein, stehen zueinander wie Figur und Grund, wobei ozeanisches Bewusstsein als Grund fungiert, Ich- oder Alltagsbewusstsein meistens als Figur auftritt.

  5. Figur und Grund sind Begriffe aus der Wahrnehmungs- und Gestaltpsychologie. Sie wurden 1921 durch Edgar John Rubin in den wissenschaftlichen Diskurs eingeführt. Die sog. „Rubins Vase“, die je nach Betrachtung des Wahrnehmungsfeldes mal als Pokal, mal als zwei Gesichter erscheint, steht seitdem als Paradigma für die vielfältigen Wahrnehmungsphänomene von Figur und Grund. Ein anderes Kippbild von Rubin ist übrigens auch: Ein Westler sieht als Figur ein Malteser Kreuz oder auch einen Sonnen- oder Regenschirm. Wenn ich Don Quichote heiße, dann sehe ich als Figur die vier Flügel einer Windmühle oder das Schutzschild eines mich angreifenden Feindes….

  6. Bei sog. Kippfiguren oder Vexierbildern kann • ein Aufmerksamkeitswechsel …eine Änderung der „Figur-Grund“-Organisation zur Folge haben. • Eine solche Organisationsänderung der Wahrnehmung wurde in praktisch allen Sinnes-, Gefühls- und Denkvorgängen beobachtet. • Sind alle Bedingungen konstant, werden die Teile des Wahrnehmungs- oder Handlungsfeldes eher als Figur wahrgenommen, die vertraut oder bedürfnisbezogen sind. Beide Bewusstseinsmodalitäten, nämlich Ich- und ozeanisches Bewusstsein, stehen zueinander wie Figur und Grund, wobei ozeanisches Bewusstsein per Definition als „Grund“ gilt, also GRUNDBEWUSSTSEIN.

  7. Generell ist der „Grund“ im Verhältnis zur „Figur“ meist: • weniger eng • weniger strukturiert bzw. „homogener“ • weniger veränderlich oder beweglich bzw. stiller, ruhiger • weniger begrenzt • weniger fassbar oder bestimmbar • weniger bedürfnisorientiert • weniger (bedingungs-) abhängig • weniger inhaltlich („leerer“)

  8. Im Extremfall ist der „Grund“, darunter das (ozeanische) „Grundbewusstsein“ im Vergleich zum Ich- oder Alltagsbewusstsein („Figur“) : • unendlich weit (vgl. Bodhidharmas Antwort: „unendliche Weite“) • völlig eins, unteilbar • unveränderlich (unbeweglich) • grenzenlos • unfassbar (dimensionslos, nicht begreifbar) • ich-los (ohne Begierde) • absolut unabhängig • absolut „leer“ (von einzelnen Inhalten etc.) Mehrere „Grund-Bewusstsein“ anzunehmen wäre wohl absurd. Daher ist das „Grund-Bewusstsein“, wenn überhaupt, stets singular, nie plural.

  9. FIGUR (Ich- oder Alltagsbewusstsein) vs. GRUND (OB) Phainein (SCHEIN) ParmenidesEinai (SEIN) Psychè („Seele”) Platon, AristotelesNous (“Geist”) Panta (das Viele) PlotinHen (das Eine) Wan wu (das Viele), TeLao Tse Tao SamsāraBuddhaNirvāna • Jnānendriya (vielfältige Sinneswahrn.) PatanjaliSamādhi Zweite Genesis (Adam & Eva) Thomas(evangelium) Erste Genesis/Himmelreich Rūpa (Figur, Form) NagarjunaShūnya (leer, Grund) Māyā (Illusion der Vielheit) ShankaraAdvaita (nicht-dual) Sem (individuelles Bewusstsein) TsonkhapaRigpa („ozeanisches B.“) äußeres Auge Eckhart inneres Auge die Seele der Seelengrund • und 2. Erkenntnisgewinnung Spinoza dritte Erkenntnisgew. • Phänomene KantNoumenon das Mentale Aurobindo das Supramentale explicate order David Bohmimplicate order das sinnliche Auge Ken Wilberdas Auge der Kontemplation Ich-Bewusstsein ich-loses Bewusstsein

  10. Meine These lautet: Auch wenn die Allermeisten von uns dies nicht klar und bewusst wahrnehmen, sind doch beide Modalitäten, nämlich Figur- oder Ich-Bewusstsein und Grund- oder ozeanisches Bewusstsein, untrennbar voneinander und ständig in uns am Wirken, Tag und Nacht, von den allerersten synaptischen Netzwerken im Fötus bis hin zu den allerletzten neuronalen Regungen im peri-mortalen Vorgehen.

  11. Tiere/Menschen brauchen die Bi-Modalität des Bewusstseins Es gibt im „struggleforlife“ (Darwin) genetisch bestimmte Reaktionsprogramme, die das ich-lose „Grund-Bewusstsein“ automatisch in den bewussten Vordergrund bringen. Zum Beispiel: Der Totstellreflex(Schreckstarre, startleresponse oder freezing) Der Orgasmusreflex(-reaktion) Bei beiden Reaktionen kann jeweils ein Cocktail an „Dopamin, Endorphin, Met-Enkephalin, Oxytocin etc.“ am Werk sein. Viele Meditationsschulen nutzen solche jahrmillionenalten Überlebensstrategien (Totstell- und Orgasmusreflex), um die Trennung „Figur-Grund“ zugunsten vom „Grund“ aufzulösen.

  12. Totstellreflex einer Schlange

  13. Totstellreflex eines Käfers

  14. Morro-Reflex beim Baby (ein Ableger der Schreckstarre) (nicht bewegen, nicht schreien, nicht weinen….Ertrinkensrisiko in Badewannen mit wenig Wasser!!!)

  15. Die zweite biologische Reaktion ist der ...Orgasmusreflex Gerade in der letzten Phase des Orgasmus stellen wir ein ich-loses, ekstatisches, lustvolles Erleben fest, das der Arterhaltung dient und somit die Unterscheidungen „Innen und Außen, „Ich und Du“, „Mann und Frau“, „Figur und Grund“, „Ich- und ozeanisches Bewusstsein“ außer Kraft setzt. Es gilt zuerstdas Paradigma „wild tanzender Shiva“, erst ganz zum Schlussdas Paradigma … „im Parinirvana liegender Buddha“

  16. Moderne Psychologen (z.B. Piron, van Quekelberghe, Wilber) unterscheiden in der Regel nicht mehr als ein halbes Dutzend Stufen für den Übergang vom Ich- zum ozeanischen Bewusstsein (OB) Pyramide-Modell der Bewusstseinstransformation (van Quekelberghe, 2005)

  17. Phasenmodell des Übergangs vom Ich-Bewusstsein zum ozeanischen Bewusstsein (in aller Kürze!!!) Bewusstwerdung einzelner Aspekte des ozeanischen Grundbewusstseins wie z.B. eine tiefe, ich-lose Ruhe und/oder ein intensives Gefühl, alles sei unteilbar eins. Entdeckung –z.B. durch Meditation – einer umfassenden, allgegenwärtigen „ozeanischen Bewusstseinsmodalität „ mit Vorherschaft von a. Ichlosigkeit, b. Unteilbarkeit, c. Unendlichkeit, d. Unveränderlichkeit, e. Vollkommenheit, f. Unaussprechlichkeit. Entstehung von zwei alternierenden „Ko-Bewusstsein“, die mehrmals am Tag oder in der Stunde oszillieren. „Ich-Bewusstsein“ und „Ozeanisches Bewusstsein“, wie das Kippen eines Vexierbildes In der vierten Phase wird das himmlische, ozeanische Bewusstsein mehr und mehr vorherrschend… Der „Rishi“ sieht die nackten Frauen und die Säulen der Ballustrade in einem… Ich- und O.-Bewusstsein als eins !!!

  18. Hauptziel der Implementierung des „Grund = Figur-Bewusstseins“ ist den Menschen glücklich zu machen, d.h. ich-los und unsterblich. Hierzu können u.a. folgende Erfahrungen und Übungen hilfreich sein: • bedrohliche, todesnahe Erfahrungen • ekstatische, mystische „Alles-Eins!-Erfahrungen“ • regelmäßige meditative oder kontemplative Übungen (möglichst henologisch!) • meditative Lektüre ( sog. lectiodivina) von henologischen Texten • Umgang mit gleichgesinnten, glücklichen Unsterblichen (Henologen/Henologinnen). Durch solche Erfahrungen oder Übungen kann die Kippbeschleunigung zwischen beiden Bewusstseinsmodalitäten beschleunigt werden.

  19. Dem Bewusstsein eines Sehenden entspricht ein „Verschränkungsfeld“ (Samsara = Nirvana) ! Vielen DANK!

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